Safer UniSport
Infos zu Grenzverletzungen, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt sowie Anlaufstellen
Panuwat Dangsungnoen
Panuwat Dangsungnoen
Der Universitätssport soll ein Ort sein, an dem sich alle Menschen sicher, respektiert und willkommen fühlen. Diskriminierung, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch haben hier keinen Platz.
Die Universität zu Köln setzt sich dafür ein, einen diskriminierungs- und gewaltfreien Studien-, Lehr- und Arbeitsort zu gewährleisten. Dieses Ziel gilt ausdrücklich auch für den UniSport. Deshalb fördern wir eine Kultur des Hinsehens und Handelns und ermutigen alle Teilnehmenden, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.
Die Antidiskriminierungsrichtlinie der Universität zu Köln (2022) bildet hierfür eine verbindliche Grundlage – auch im UniSport: Sie definiert unerwünschte Handlungen, zeigt Verfahrenswege für Betroffene auf und benennt zentrale Ansprechpersonen.
Wenn Du im Universitätssport Grenzverletzungen, Diskriminierung oder sexualisierte Gewalt erlebst oder beobachtest, kannst Du Dich jederzeit an die unten genannten Beschwerde-, Beratungs- und Anlaufstellen wenden.
Was sind Grenzverletzungen?
Grenzverletzungen sind Situationen, in denen persönliche Grenzen nicht beachtet oder überschritten werden – unabhängig davon, ob dies absichtlich geschieht oder nicht.
Sie können körperlich, verbal oder durch Verhalten entstehen und sind oft nicht eindeutig. Entscheidend ist, dass keine Zustimmung eingeholt wird oder eine Situation als unangenehm empfunden werden kann.
Gerade im Sport, wo Nähe, Körperkontakt und unterschiedliche Funktionen eine Rolle spielen, ist ein sensibler und respektvoller Umgang besonders wichtig.
Unsicher, ob eine Grenze überschritten wurde?
Grenzverletzungen sind oft nicht eindeutig und werden unterschiedlich wahrgenommen.
👉 Deine Wahrnehmung ist wichtig.
👉 Du musst Dir nicht sicher sein, bevor Du um Unterstützung bittest.
Wenn Du unsicher bist, kannst Du Dich jederzeit hier vertraulich beraten lassen.
Wie können Grenzverletzungen im Sport aussehen?
Grenzverletzungen können unterschiedlich aussehen, zum Beispiel:
- Körperlich: Eine Person wird ohne vorherige Zustimmung berührt oder in ihrer Haltung korrigiert.
- Körperlich (Nähe): Eine Person tritt sehr nah heran oder greift ein, ohne dies anzukündigen.
- Verbal: Kommentare über Aussehen oder Körper („Mit deiner Figur…“) werden gemacht.
- Verbal (abwertend): Leistungen werden unterschiedlich bewertet oder mit stereotypen Aussagen kommentiert („Du bringst wenigstens Charme mit“).
- Verhalten (Nähe/Privates): Unangemessene persönliche Angebote oder Kontakte werden hergestellt (z. B. Weitergabe privater Nummern).
- Verhalten (Macht/Benachteiligung): Einzelne Personen werden nach Kritik oder Verhalten gezielt benachteiligt, z.B. schlechtere Sportausrüstung.
- Gruppe: Grenzüberschreitende Situationen werden von anderen nicht angesprochen oder normalisiert.
Was ist sexualisierte Gewalt im Sport?
Sexualisierte Gewalt umfasst unerwünschte sexualisierte Handlungen oder Verhaltensweisen, die die Würde oder persönlichen Grenzen einer Person verletzen.
Sie kann verbal, nonverbal oder körperlich auftreten – auch im Sportkontext, z. B. im Training, in Umkleiden oder in der Kommunikation zwischen Kursleiter*innen und Teilnehmenden.
Beispiele:
- Verbale Äußerungen: sexistische oder anzügliche Sprüche, Witze oder Kommentare über Körper oder Aussehen
- Blicke & Gesten: aufdringliches Anstarren oder sexualisierte Gesten während des Trainings
- Nachrichten & Kommunikation: unangemessene Nachrichten oder Fragen zum Privatleben, Weitergabe oder Zeigen von sexualisierten Inhalten
- Unprofessionelles Verhalten: Einladungen in private Räume oder unangemessene Nähe im Trainingskontext
- Druck & Abhängigkeit: Annäherungsversuche verbunden mit Versprechen von Vorteilen (z. B. Spielzeit) oder Andeutung von Nachteilen (z. B. schlechtere Sportausrüstung)
- Nachstellen: wiederholte Kontaktaufnahme oder Verfolgen – auch über soziale Medien
- Unerwünschte körperliche Berührungen oder Nähe
- Zwang zu sexualisierten Handlungen oder (versuchte) Vergewaltigung – mit und ohne offensichtliche körperliche Gewalt
Was ist Diskriminierung im Sport?
Diskriminierung bedeutet, dass Personen aufgrund bestimmter Merkmale benachteiligt, ausgeschlossen oder abgewertet werden.
Auch im UniSport kann sich Diskriminierung im Verhalten einzelner Personen oder in Strukturen zeigen.
Beispiele:
- Geschlecht / geschlechtliche Identität: unterschiedliche Behandlung oder abwertende Kommentare (z. B. geringere Erwartungen an Frauen oder Ausschluss von trans* Personen)
- Sexuelle Orientierung: abwertende Witze oder fehlende Akzeptanz gegenüber queeren Teilnehmenden
- Herkunft / ethnische Zuschreibung: Zuschreibungen („Du bist bestimmt gut, weil…“) oder Ausgrenzung im Team
- Religion / Weltanschauung: fehlende Rücksicht auf religiöse Bedürfnisse (z. B. Kleidung, Zeiten) oder abwertende Kommentare
- Behinderung / chronische Erkrankung: Ausschluss von Angeboten oder fehlende Anpassung von Übungen
- Alter: Abwertung oder geringere Berücksichtigung aufgrund des Alters
Was kannst Du tun, wenn Du Grenzverletzungen, Diskriminierung oder sexualisierte Gewalt erfährst?
- Nimm Deine Wahrnehmung ernst.
Du kannst deutlich machen, wenn Dir eine Situation unangenehm ist – musst es aber nicht. Entscheidend ist, dass Du Unterstützung bekommst. - Sprich es an, wenn Du möchtest.
Wenn es sich für Dich sicher anfühlt, kannst du der Person rückmelden, dass eine Grenze überschritten wurde. - Hol Dir Unterstützung im Umfeld.
Wenn sich nichts verändert oder Dir das direkte Ansprechen nicht möglich ist, kannst Du Dich an Verantwortliche im UniSport (z. B. Kursleiter*innen oder UniSport-Leitung) wenden und Unterstützung einfordern. - Hol Dir Hilfe.
Wende Dich an Beschwerde-, Beratungs- und Anlaufstellen der Universität. Diese beraten Dich vertraulich und unterstützen Dich bei weiteren Schritten. - Du entscheidest, wie es weitergeht.
Nichts passiert ohne Dein Einverständnis.
Informiere Dich gerne z. B. auch durch den Leitfaden „Was tun bei Diskriminierung?“ oder erstelle ein Gedächtnisprotokoll. Für diese Dokumentation kannst Du gerne die Vorlage zur Selbstdokumentation (PDF) für Vorfälle von der Zentralen Vertrauensstelle zum Schutz vor Diskriminierung und Machtmissbrauch der Universität zu Köln nutzen. Diese hilft dabei, die Geschehnisse strukturiert festzuhalten – das kann im weiteren Verlauf auch als Beweismittel hilfreich sein.
Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten findest Du auf dieser Seite.
Was kannst Du tun, wenn Du Grenzverletzungen, Diskriminierung oder sexualisierte Gewalt beobachtest?
- Nimm die Situation ernst.
Stelle die Wahrnehmung der betroffenen Person nicht infrage. - Achte auf die betroffene Person.
Biete Unterstützung an und frage, was sie braucht. - Respektiere Vertraulichkeit.
Unternimm nichts ohne Einverständnis der betroffenen Person. - Handle, wenn möglich.
Sprich Situationen an, setze Grenzen oder unterstütze, wenn sich eine Person verteidigt. - Vermittle Unterstützung.
Weise auf Beschwerde-, Beratungs- und Anlaufstellen hin und begleite bei Bedarf. - Stehe ggf. als Zeug*in zur Verfügung.
Wo kannst Du Dich hinwenden – Beratung oder Beschwerde?
Wenn Du eine Grenzverletzung, Diskriminierung oder sexualisierte Gewalt erlebt oder beobachtet hast, gibt es unterschiedliche Wege – je nachdem, was Du brauchst.
- Beratung
Beratungsstellen unterstützen Dich vertraulich dabei, Situationen einzuordnen, Handlungsmöglichkeiten zu besprechen und nächste Schritte zu klären. Eine Beratung führt nicht automatisch zu einer Meldung oder weiteren Maßnahmen.
- Beschwerde
Eine Beschwerde dient dazu, einen Vorfall offiziell zu melden, damit dieser geprüft und gegebenenfalls weitere Maßnahmen eingeleitet werden können. Eine Beschwerde ist auch ohne vorherige Beratung möglich.
Beschwerden können bei der UniSport-Leitung sowie Beschwerdestellen (ABS für Studierende, AGG-Beschwerdestelle für Beschäftigte, ZVDM für Beschäftigte und Studierende) der Universität eingereicht werden.
Weitere Informationen
Den Ablauf einer formalen Beschwerde findest Du in der Grafik zum Verfahrensablauf bei Beschwerden.
Eine Anlaufstelle im UniSport-Team zur Erst- und Verweisberatung befindet sich derzeit im Aufbau.